Wirkstoffkosmetik, medizinische Kosmetik, dermazeutische Kosmetik, Cosmeceuticals

Die o.g. Begriffe umfassen allgemein die moderne Generation der kosmetischen Wirkstoffe. Dazu zählen hauptsächlich die Peptide, hoch dosierte Vitamine (z.B. die Vitamine A, C und K), OPC, aber auch die immer wieder neu „erfundenen“ Pflanzenextrakte.

Aber: Die wirkungsvollsten Stoffe können ihre Leistung nicht erbringen, wenn die Basis nicht wirkungsvoll mit der Haut zusammenspielt.

Beispiele: Für unseren Körper ist Salz lebensnotwendig. Wenn sich jedoch zu wenig Wasser im Körper befindet, nutzt uns auch das beste Salz wenig.

Wenn wir die teuersten Nahrungsergänzungsmittel schlucken, helfen sie wenig, wenn sie sich mit ungesundem Essen messen müssen.

Argireline („Botox-Ersatz“) und andere Peptide
Der Wirkstoff Argireline hat „ähnliche“ Wirkung wie Botulinumtoxin. Er wird lokal (z.B. als Gel) aufgetragen und entfaltet nach einiger Zeit (bis zu 4 Wochen) seine faltenmildernde Wirkung. Er ist gut verträglich und einfach aufzutragen.

Pentapeptide:
Acetyl-Hexapexapetid-3 wirkt der Minderung von Fältchen entgegen. Die Gesichtszüge wirken entspannter.
Palmitoyl Tripeptide-5 baut neues Kollagen auf.
Palmitoyl Pentapeptide-3 wirkt entspannend.

Pflanzliche Wirkstoffe mit ähnlicher Wirkung
Vitamin A (Retinol, Retinylpalmitat, Retinylacetat etc.)
Das Cosmeceutikum Vitamin A wird zu Recht als das Schönheitsvitamin bezeichnet. Es ist unverzichtbar für das Wachstum, das Sehvermögen und vor allem für die Haut.
Vitamin A beeinflusst die Zellteilungsrate positiv und ist somit entscheidend für den Erneuerungsrhythmus (Lebenszeit einer Epidermis-Zelle: 4-6 Wochen) der Oberhaut.
Altersbedingt, aber auch durch intensive Sonneneinstrahlung wird das natürliche Vitamin A-Vorkommen in der Haut deutlich reduziert und kann bis auf 20 % sinken.
Reines Vitamin A ist an der Luft nicht lange haltbar. Zum Schutz kann es in kleine Transportkügelchen (Talaspheren, Nanopartikel) eingeschlossen werden. Diese Partikel können aufgrund ihres Baus bis in tiefe Hautregionen eindringen. Für die Kosmetik steht Vitamin A in reiner und in einer verwandten Form (Vitamin A-Acetat und Vitamin-A-Palmitat) zur Verfügung.

In höheren Dosierungen wirkt Vitamin A wie folgt:

  • Erhöhung der Zellteilungsrate
  • Verdickung der Haut um bis zu 50%
  • Spürbare Elastizitätssteigerung
  • Schutz vor Freien Radikalen

ß-Carotin (Provitamin A)
ß-Carotin wirkt der licht- und sauerstoffbedingten Hautalterung entgegen. Durch seine Eigenfärbung wirkt es leicht hautbräunend. ß-Carotin ist häufig in leicht getönten Produkten zu finden.

Coenzym Q 10 (Ubiquinone, Ubichinon)
Es zählt zur Gruppe der fettlöslichen Benzochinone und ist verantwortlich für den Elektronentransport in der Atmungskette. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Bereitstellung von Energie durch Umwandlung von Adenosintriphosphat (ATP). Es leitet zum einen Energie in der Zelle weiter und zeigt eine antioxidative Wirkung im Sinne eines Radikalfängers. Es schützt die Mitochondrienmembran und soll vorbeugend auf die Zellerneuerung wirken. Es kann oxidativ verändertes Vitamin E regenerieren. Der menschliche Organismus kann es aus den Aminosäuren Phenylalanin bzw. Tyrosin synthetisieren. Es ist kein Vitamin, sondern unterstützt die Funktion der Vitamine. Coenzym Q 10 ist in vielen Anti-Aging-Cremes für die reife Haut enthalten.

Vitamin E (Tocopherol)
Schützt die Hautzellen vor Freien Radikalne (Antioxidans).
Es unterstützt den Aufbau der Oberhaut (Epithel) und der Bindegewebsfasern. Es wirkt feuchtigkeitserhöhend und damit glättend. Vitamin E ist in vielen Pflegeprodukten enthalten.

Vitamin C (Ascorbinsäure)
Vitamin C stärkt das Immunsystem und wirkt in niedrigen Dosierungen als Radikalfänger und Antioxidans. Es bleicht Pigmentflecken und regt in höheren Konzentrationen (ab 5 %) die Bildung von Kollagen, Hyaluronsäure und Lipidmembranen an.

Vitamin K (Phytonadione, Phyllochinon, Menachinon)
Vitamin K wird im Darm von Coli-Bakterien hergestellt. Hypovitaminose bei Zerstörung der Darmflora durch Durchfall, Einsatz von Abführmitteln (Laxantien), nach medikamentösen Behandlungen. Bei Mangel an Vitamin K verzögert sich die Blutgerinnung.
Vitamin K fördert die Proteinsynthese, wirkt entzündungshemmend, abschwellend und antimykotisch, es kann auch Bestandteil von Akneprodukten sein.
Anwendung bei Couperose, Besenreisern, Rosacea, altersbedingten Gefäßschäden, Augenringen, Hämatomen.
Achtung: Nicht bei Gerinnungsstörungen (Bluter) und bei Einnahme von Anticoagulantien (Gerinnungshemmer, die Gerinnungszeit wird verlängert. Z.B. nach Schlaganfall, Herzinfarkt, Thrombose-Prophylaxe, Embolieprophylaxe). Medikamente, die auf die Blutgerinnung wirken: Marcumar, Coumadin, Falithrom, Penprocoumon-Ratiopharm) o.ä.

OPC (Pycnogenol)
OPC wird aus Pinienrinden und aus den Schalen von Weintraubenkernen gewonnen (übrigens: OPC ist auch in Rotwein enthalten!). Es wirkt als Radikalfänger (Antioxidanz) 50 mal stärker als Vitamin E und 20 mal stärker als Vitamin C (kann Vitamin C reaktivieren), dichtet die Kapillaren ab und hemmt damit die Bildung von Ödemen, hat eine entzündungshemmende Wirkung, hemmt die Gefäßkontraktion durch Stresshormon und verbessert die Mikrozirkulation. Es verbessert die Collagensynthese, festigt das Bindegewebe. OPC ist ein unverzichtbarer Stoff zum Schutz der Haut nach einer Microdermabrasion.

Phytohormone
Phytohormone sind Wirkstoffe (Drogen), die das Pflanzenwachstum, die Wundheilung, die Winterruhe und die Fruchtreife steuern. Phytohormone werden aus Keimen, Knospen, Moorerde und Edelschimmelkulturen extrahiert. Sie enthalten immer einen Wirkstoffkomplex aus Vitaminen, Enzymen und Phytohormonen.
Sie wirken allgemein stimulierend, belebend und wundheilend. Außerdem unterstützen sie den Stoffwechsel der reifen Haut. Durch vermehrte Bildung kollagener und elastischer Fasern steigen der Gewebeinnendruck und die Hautelastizität. Kleine Fältchen verschwinden, tiefere Falten werden gemindert. Phytohormone sollten über mehrere Wochen angewendet werden und werden auch von sensibler Haut vertragen. Im Gegensatz zu den tierischen Hormonen wirken sie nur an den behandelten Hautstellen, sie haben keine Fernwirkung im Körper. Gewonnen werden sie aus Extrakten von Weizenkeimen, Hopfen, Soja, Klee, Hafer und Reis.

LIPOSOMEN & Co.
Ceramide und Lecithin
Sie sind natürliche Bausteine der menschlichen Zellmembran. Sie dienen sowohl als Baustein für Liposomen, können aber auch in die Mörtelschicht der Haut eingebaut werden. Bei trockener Haut bilden sie die Basis einer erfolgreichen Behandlung. Sie werden von jeder Haut gut vertragen. Sojalecithin ist oft Grundlage von Liposomen.
In Lipsome und Nanopartikel „verpackt“ werden Wirkstoffe in tiefere Zellschichten eingeschleust, was einen längeren Wirkstofferhalt mit sich bringt.
Übrigens: Lecithin ist der Emulgator der Milch und sehr gesund. Im Eigelb ist ebenfalls ein hoher Lecithinanteil zu finden.
Mein Tipp:
Vollbad: Ein Liter Vollmilch ins Bad gegeben ist die beste Pflege bei trockener Körperhaut. Ein wohliges Gefühl stellt sich ein, wenn Sie dazu noch ein ätherisches Öl Ihres Lieblingsduftes geben (Rose, Geranie, Salbei, Rosmarin, Grapefruit etc.)
Haarkur: Ein Eigelb anschlagen und im Haar verteilen. 20 Minuten einwirken lassen und ausspülen.

Squalan und Cholesterin
Sie sind ebenfalls natürliche Bausteine der menschlichen Zellmembran. Auch diese beiden fettähnlichen Stoffe werden zur physiologischen Hautpflege benutzt.

Liposomen und Nanopartikel (z.B. Talaspheren, Sphingosomen)
sind kleine Transportkügelchen, die empfindliche Wirkstoffe wie Vitamine in tiefere Hautschichten einbringen können. Liposomen transportieren wasserlösliche Wirkstoffe und Wasser (Feuchtigkeit), Nanopartikel beinhalten Öl und fettlösliche Wirkstoffe.

Hefe und Liposomen
Hochangereichtes Lecithin (Phosophatidylcholin) und Hefeextrakt (Yeast Extract) sind reich an essentiellen Fettsäuren. Hefeextrakt ist reich an Vitaminen der B-Reihe und unterstützt die Regeneration der Haut. Zur Behandlung der zu Unreinheiten neigenden Haut geeignet.